
Nach einer entspannten Zugreise Berlin – Amsterdam – Den Helder wurden wir mit einem niederländischen Bier und einer Party in der ganzen Stadt begrüßt. Nach kurzer Rückfrage wurde klar, dass der ganze Zirkus nicht uns galt. Vielmehr hatten die „Tall Ships Races 2023“ ihren Regattastart zufällig in unseren Ausgangshafen verlegt.
Der hängende Haifisch, der uns beim abendlichen Speisen über die Schultern schaute, ließ uns kalt. Ebenso wie die zwiegespaltene amerikanisch-italienische Speisekarte des Restaurants „4711“.
Unqualifizierte Anfragen nach dem namensgebenden Kölnisch Wasser konnten von der Tourismus-Beauftragten erfolgreich unterbunden werden.
Nach einem mittelstark frequentierten Weg von Einkaufsladen zum Walross mit Einkaufswagen / Bollerwagen konnte der Vorrat angemessen verstaut werden. Im Zuge dessen entstand das jetzt schon sagenumwobene Philadelphia-Experiment, das zugleich die Bierproblematik befeuert.
Spoiler:
Je mehr Philadephia gegessen wird, desto mehr Platz für Bier ist in der Kühlung.
Hinweis für Nachfolgecrews:
Philadelphia ist reichlich an Bord. In jedem Schapp. Bis zum Ende der Saison.
Nachdem wir die Schleuse aus der Marina passiert hatten, erwarteten uns recht ruppige Bedingungen auf der Überfahrt nach Dover. Windstärken bis 35 kt und Wellengang waren eine Herausforderung an die Crew, die sich aufgrund von Seekrankheit langsam dezimierte.
Am Morgen des 4. Juli waren dann endlich die Kreidefelsen zu sehen, die Sonne kam raus, und die Stimmung hellte sich spürbar auf. Ein kurzes Funkgespräch auf zwei Kanälen eröffnete uns nach 243,5 Meilen Knüppelei die Einfahrt in die Dover Marina. Nach einem komplizierten Einreise-Procedere (Brexit, wir danken Dir …) durften wir legal das Schiff verlassen.
Gediegen, entspannt, ruhig - ein willkommener Kontrast zur Kirmes Den Helder. Es gab Fish & Chips mit Bier. Ein Klassiker und „must have“ in England. Mushy Peas – so die einhellige Meinung – sind in diesem Zusammenhang – und auch sonst – verzichtbar.
Nach einer wirklich ungewöhnlich kurzen Bordparty fand die Crew Erholung und Ruhe in der Koje. Zum Frühstück wurde das Philadelphia-Experiment fortgeführt und danach ein paar kleinere Baustellen an Bord aufgelöst.
Gegen Mittag brach ein Teil der Crew Richtung Dover Castle auf und besichtigte über 900 Jahre alte Steine. In diesem Zuge konnten wir eine adäquate Sitzmöglichkeit für die Schiffsführung ausprobieren. Schiffer, Steuermann und Wachführerin würden sich sehr über eine entsprechende Umrüstung der Navi freuen.
Zum Abend kam ein Münchner Verbandsbruder (Stefan „Atze“ Geisse) an Bord, und der Schiffer kredenzte Tomate-Spinat-Lasagne (ein Becher Philadelphia light weniger in der Kühlung!). Satt, zufrieden und müde klettern alle zu moderater Zeit in die Koje. Am nächsten Tag geht es los Richtung Boulogne-sur-Mer.



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