
Tag 3
Ein ausgelassener Nachmittag wird dazu genutzt die neu getaufte Gießkanne Robert einzuweihen. Manch ein abenteuerlustiger ASVer befindet sich dafür sogar im Sturmtief Riccardo. Auch unser Sauerteig Gärhart erlebt in dieser Zeit außerordentliche Abenteuer, indem er sich mit seinem Geschwisterchen auf dem Boden vereint. Nachts werden wir wieder mit schönstem Sternenhimmel beglückt und W4 zieht einen Schweif von Glitzer hinter sich her. Da könnte man meinen, dass Walross tief im Herzen doch ein Einhorn mit 25 Meter hohem Horn und Glitzerschweif sein möchte. Ganz fabelhaft düsen wir also durch die Nacht und freuen uns sogar über ein einsames Flugzeug am Himmel in unserer absolut einsamen Gegend - abgesehen von unseren treuen Begleitern den Sturmvögeln Ernie und Bert. Gleichzeitig dürfen wir das erste Brot unseres Bäckerazubis Simon verzehren, begleitet von Guacamole mit der üblichen, üppigen Dosis Zwiebel, sodass unsere Körper diese noch bis Hamburg ausdünsten werden.
Tag 4
Wir betreiben Workshops zur erweiterten Lappenkunde und die Steuerbordwache aka Elevator Boys lernen spielerisch mit Musik Geometrie für Anfänger: Das Runde muss ins Eckige.
Tag 5
Wir befinden uns plötzlich auf einem Rummel. Die Schiffsschaukel schlägt hin und her, hin und her, hin und her und wenn man hinaus sieht, sieht man nichts. Wir treiben glücklicherweise in die richtige Richtung und begutachten den spannenden Nebel, der uns die Sicht auf zeitweise 56 Fuß begrenzt. Zum Glück werden unsere Sinne zumindest durch den Duft des frisch erprobten Cranberrybrots und Geräusche des ausgebaumten, flappenden Codes beseelt. So manch ein Crewmitglied muss die vor dem Nebel gebaute Bademimik stilllegen und lenkt sich mit einer in der Weite treibenden Flasche - es könnte ja auch eine Flaschenpost sein - ab.
Gleichzeitig wird von oben eine Bestellung von drei Aluhüten zum Schutz vor dem Radar in den Salon aufgetragen - Haarbuns müssen natürlich integriert werden.
Ein Sozialexperiment beginnt und Dokumentationen über einzelne Crewmitglieder werden gedreht.
Glücklicherweise darf die Bademimik kurze Zeit später doch ausgebracht werden, was zu großer Erheiterung führt und wir uns somit offiziell als gänzlich saubere Truppe betiteln dürfen.
Bald setzt der Wind wieder ein, wodurch wir unseren sonntäglichen Aufgaben, wie zum Beispiel dem Kuchenbacken nachgehen. Zudem steckt die Steuerbordwache die restlichen Crewmitglieder durch einen kleinen Filmnachmittag mit ihrem Werner-Fieber an.
Nur wenige Stunden später, nachdem die mittschiffs Wache zwei Stunden am Code gebastelt hat, entscheidet die Backbordwache diesen aufgrund der kommenden Nacht durch die G4 zu ersetzen. Beim folgenden zweistündigen Segelwechsel, welcher von einer riesigen Schule von springenden Delfinen begutachtet wird, kann sich kein Crewmitglied mehr vorstellen, dass Baden vor kurzer Zeit eine Option gewesen ist. Wir frieren die Nacht bei 13 Grad und werden zum Glück von leuchtenden Delfinen und Wellen im fluoreszierenden Wasser wie magisch erwärmt.
Tag 6
Mit wechselnden Winden werden um fünf Uhr morgens Kuchenreste schnabuliert, vormittags Cookies gebacken, riesige Geschirrberge produziert und der Nachmittag im Sinne des Cidremondays mit stets den gleichen Geschmacksrichtungen für alle und Bierbibeln an Deck verbracht. Als die Mittschiffswache oder auch "Halunken von unten" der Backbordwache von ihrem Plan Bolognese zu kochen erzählt, mahlen sich diese schon ihre Schüsselchen aus. Sie schauen jedoch etwas verdutzt, als das Hack durch Hühnchen ersetzt, massig Sellerie, eine Gurke und Aubergine hinzugefügt wird. Oskar entdeckt seine Liebe zur unendlichen Biotonne außerhalb des Schiffs, wodurch ein Regen an Abfällen durch das Pantryluk geschleudert wird. Fazit: erstaunlich viele unter uns mögen den äußerst knackigen Sellerie nicht so gerne im Verhältnis zu den vorhandenen Selleriebergen im Aldi.
Nachts befinden wir uns eigentlich auf der Havel, der Wind dreht, geht vollkommen verloren, kommt wieder und dreht erneut. Ein einziges Wechselbad der Gefühle. Als die Mittschiffswache sich die Zeit von 3:00-6:00 Uhr mit ganzen null Knoten um die Ohren schlägt, setzt der Wind sobald eine der Backbordwache die Hand ans Steuer legt wieder ein. Es wird mit ganzen zwei Knoten gerauscht.
Wir waren auf alles im Nordatlantik gedanklich vorbereitet, aber nicht, dass wir keinen Wind halfen werden.
Legende: Steuerbordwache: Antonia, Jonas, Rasmus, Simon Backbordwache: Svea, Veronika, Clara Mittschiffswache: Jonathan, Thomas, Oskar
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