Die Vorcrew, von der knapp die Hälfte auch Teil der neuen Crew sein wird, sitzt vor einer französischen Patisserie am Hafen, genießt süße Teile zum Frühstück und lässt sich vom Passat durchföhnen. Kein Krümel wird die akribische Putzaktion zunichtemachen, die in freudiger Erwartung auf die neue Crew und das kommende Abenteuer vollbracht wurde. Eine Transatlantikregatta segelt sich schließlich nicht mit schmutziger Bilge.
Zwischenstopp in Arrecife
Mittags ist es dann so weit: Der mittlerweile unter einigen Seereisenden der Saison bekannte und gefürchtete („Ich dachte ich sterbe“) Ryanair-Flug Berlin-Lanzarote katapultiert die letzten Zweidrittel der Schiffsführung und ein weiteres Crewmitglied auf die Insel. Neuer Crewstand: 8/10. Außerdem mit im Gepäck: Crewshirts, Angel- und Kameraequipment und eine ordentliche Portion Regen.
Das Mittagessen führt beide Crews zur innerstädtischen Bucht der lanzarotischen Hauptstadt Arrecife. Die Anzahl deutschsprachiger und wetterentsprechend bekleideter Tourist*innen erinnert dunkel an eine andere spanische Insel. Auf dem Rückweg zum Hafen dann die Erkenntnis: Ein AIDA-Kreuzer hat wohl am Morgen eine deutsche Kleinstadt angespült.
Crewstand 9/10 und Großeinkauf
Pünktlich zum Sonntagsfrühstück findet unser vorletztes Crewmitglied den Weg an Bord – und das, obwohl die allgemeine Walross-Wegbeschreibung „Such den höchsten Mast im Hafen“ hier nicht mehr viel taugt. Apropos: Wer schonmal einen Blick auf unsere Konkurrenz während der Regatta werfen möchte, findet hier die Entry List und den Tracker:
Die österreichische Sisi hats der Chronistin übrigens besonders angetan – so ein graziles Schiff mit so einem schönen Namen. Da erklingen im Kopf ganz schnell die Liebeslieder von Wanda, die an Bord in den letzten Tagen viel besungen wurden. Tatsächlich hat die Sisi auch noch ein freies Plätzchen – für schlappe 7000 Euro.
Zurück zu unserer wahren Liebe, dem Walross, denn hier ruft auch am Sonntag die Arbeit: Mit 9/10 Crewmitgliedern beisammen werden Sicherheitschecks und Reparaturen eingeläutet. Das erste, beruhigende Fazit des Schiffers: Das Boot ist in gutem Zustand. Kleinere Reparaturen werden innerhalb der kommenden zwei Tage mit Elan abgearbeitet, schließlich befinden sich drei frisch gekürte technische Bootsfrauen und -männer so wie zwei Anwärter an Bord und außerdem lockt die Aussicht auf einen arbeitsfreien Tag, an dem die Insel und nicht nur der örtliche Yachtausrüster unsicher gemacht werden können.
Parallel findet der erste Großeinkauf statt, der mit IKEA-Hotdogs startet und acht vollen Lidl-Einkaufswägen, jedoch ohne transportierwilliges Taxi in Sicht, endet. Schließlich erbarmt sich eine junge Lanzaroterin am Parkplatz, unsere gesamten Lebensmittel sowie das erste Viertel (250L) unserer Wasservorräte für die Atlantiküberquerung in zwei Fuhren in ihrem Van zu transportieren. Einen Rollwagen für die letzten Meter wird uns von den Stegnachbarn, der Bad Company, geliehen.
Wenn die Crew nicht gerade mit Werkzeug oder Dosentomaten hantiert, arbeitet sie an der Back die wichtigen Themen ab: Wollen wir zwischen Cocktailparty am Mittwoch und Galadinner am Freitag auch an der Wine & Cheese Party am Donnerstag teilnehmen? (JA!) Wird Angeln während der Regatta unsere Performance beeinflussen? (Nicht merklich.) Welche Designs eignen sich für ein Gruppentattoo? (Unser Borddesigner arbeitet dran.)
Auftrieb
Außerdem formiert sich in den ersten Tagen das crewinterne Medienteam. Wenngleich unsere Aussichten auf die LineHonours zugegebenermaßen bescheiden sind, so haben wir doch immer noch eine Chance, das Team mit den fetzigsten Instagram-Reels zu werden. Und das Team mit dem besten Essen! Denn neben einem am Achterstag angedachten Jamón hat auch unser Gärhart als zusätzliches Crewmitglied Einzug ins Walross gefunden. Der Sauerteigstarter hat in kürzester Zeit die Herzen der Crew erobert und seinen eigenen Platz in der Pantry bezogen. Ein Dank an dieser Stelle an Gomez!
Pünktlich zum Dreikönigstag erscheint uns das letzte Crewmitglied, das den Start ins neue Jahr lieber mit Terminen beim Standesamt zelebrieren wollte. Mit dem spanischen Dreikönigskuchen rayón de reyes und letzten Arbeiten an Bord begeht die Crew nun den höchsten spanischen Feiertag.
In den kommenden Tagen stehen dann neben unserem Landtag, letzten Vorbereitungen und dem vielfältigen Landprogramm des RORC auch Übungsschläge für die Regatta an. Bereits mehrfach ungeplant geübt haben wir hingegen das Verhalten bei Seekrankheit.
Sonnige Grüße von Bord wünscht
die Transat-Crew
SonnenuntergangAbendstimmungGemütliches Abendessen auf WalrossAlle Einkäufe erledigtWasser über WasserErster Platz im EinkaufsrennenEntspannen bevor es losgeht
Wir verwenden Cookies, um die Webseite für Sie möglichst benutzerfreundlich zu gestalten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen: Datenschutzerklärung/Cookie-Richtlinie
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.