Posted by on 4. September 2025

Nach unserer Ankunft in Boulogne-sur-Mer war die Vorfreude an Bord groß: Französischer Käse, frisches Baguette und Croissants standen ganz oben auf der Liste – und selbst der etwas ernüchternde Anblick des Hafens konnte diese Stimmung nicht trüben. Ein Teil der Crew nutzte die Gelegenheit sofort, um sämtliche Leckereien an Bord zu schaffen und das Schiff kulinarisch aufzurüsten. Allerdings brachte der Tag auch einen Abschied mit sich: Julie verließ uns leider, sodass wir die Reise nun zu neunt fortsetzen mussten.

Nach einer weiteren Nacht auf See kamen wir den Kanalinseln immer näher. Das Wasser leuchtete in kräftigem Blaugrün, und die Stimmung an Bord war bestens. Thomsen schwor, einen „Pinguin im Schlafanzug“ gesehen zu haben – was die allgemeine Heiterkeit noch verstärkte. Während der zweiten Hälfte der Seereise konzentrierte sich vor allem die Steuerbordwache stärker auf die Ausbildung und befasste sich mit den technischen Bereichen des Schiffes. Kurz vor Guernsey nutzte Konrad die Gelegenheit, die Crew mit einer fliegenden Boje zu überraschen. Danach erhielten viele die Möglichkeit, auf dem Plotter einige „Kringel“ zu hinterlassen.

Am Abend stand dann die Hafeneinfahrt an – mit reißenden Strömungen und schäumenden Wirbeln. Svea sah gedanklich das Schiff bereits an den Felsen zerschellen, während Konrad sich nach dem Motto „alle Bedingungen passen, also Augen zu und durch“ an das Manöver wagte. Letztlich klappte alles, und nach einem kurzen Schreckmoment beim Zoll – zum Glück gilt „Walross“ nicht als Haustier – konnten wir die wunderschöne Insel genießen.

Der nächste Tag stand im Zeichen der Erkundung: Am Vormittag strömte die Crew aus, um die Insel zu entdecken. Gegen Mittag trafen wir uns an einem der traumhaften Sandstrände wieder. Der Plan, anschließend gemeinsam mit dem Bus nach St. Peter Port zu fahren, scheiterte allerdings grandios: Der nur alle zwei Stunden fahrende Bus erwies sich als Herausforderung für unsere Koordination. Am Ende fuhr ein motiviertes Fünftel tatsächlich in die Stadt, während der Rest am Strand verblieb und sich mit Eiskaffee über das „Zurückbleiben“ hinwegtröstete. Die Strandgruppe wanderte schließlich – inklusive einer spontanen Brombeerernte am Wegesrand – zurück zum Schiff, wo wir uns mit dem Stadttrupp wieder vereinten.

Der Abend war geprägt von Fachgesprächen rund um Bordtechnik – Plotter, Radar und Elektrik waren die Themen – sowie einem köstlichen Thai-Curry. Am folgenden Tag hieß es dann auch schon wieder Abschied nehmen: Durch das strömungsreiche Öhr setzten wir Kurs auf Sark, bereit für das nächste Kapitel unserer Reise.

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