Geschrieben von am 11. August 2019

Zeit: 29.7. bis 10.8.2019
Distanz: 853 nm, davon  253 nm unter Motor
Stationen: Vigo, Cork, Dublin

Teilnehmer/innen:
Wolfgang (Schiffsführer), Anne (Steuermann), Dennis (Wachführer), Merle, Andreas, Stefanie, Matthias „Asterix“, Jan, Peter, Bettina

Für unsere Reise von der Bretagne nach Irland über die Kanalinseln und Südengland suchten wir uns die beste Reisezeit des Jahres aus: Ende Juli bis Mitte August. Alle freuten sich auf Palmen und Sonne im Kanal. Doch es sollte anders kommen. Aufgrund einer ausgefallenen Reise starten wir anstatt in Frankreich in Nordspanien und es steht die Überquerung des Golfs von Biskaya auf dem Reiseplan.

Bereits Donnerstag übernimmt ein Teil der Crew das Schiff im nordspanischen Vigo, am Montag treffen die letzten Crewmitglieder ein. Uns wird klar, dass uns die Seekarten für Irland fehlen. Eifrig machen sich Anne und Asterix auf den Weg, doch werden leider nicht fündig. Wir verlassen uns also auf die Intuition des Schiffers und die Fähigkeiten der Apple Navigation. Nach Warten und Abwägen der Wettervorhersagen sowie erfolglosen Reparaturversuchen des Navtex starten wir unsere Überquerung des Golfs von Biskaya.

Es beginnt mit viel Schwell, 5 Meter, gefühlten 10 Metern und große Teile der Crew fallen direkt flach. Einen nach dem anderen rafft der Seegang die Crewmitglieder nieder. Einige schaffen es jedoch, die Laune hochzuhalten und das Schiff trotz verminderter Women – and Manpower sicher Richtung Norden zu manövrieren. Nach eineinhalb Tagen ist das Gröbste überstanden und eine Routine beginnt sich einzustellen. Peter kocht hervorragend für die Crew, Backbord- und Steuerbordwache spielen sich ein, das Wetter wird von Tag zu Tag sommerlicher. Die Begeisterung für die Bug umspielenden Delfine ist bei manchen Teilen der Crew größer als bei anderen. Wir sichten darüber hinaus sogar Wale und einen vermeintlichen Hai. Die Ereignisse (oder auch die Ereignislosigkeit?) führen zu dichterischer Kreativität von Asterix

Tief Wolfgang in Biscaya Bay,
wir bleiben erst und wo wir sind
dahinter bleibt recht hohe See
und für uns nur wenig Wind.

Als die Seekrankheit verwunden
Bleibt ein spiegelglatter Teich
und hätten wir kein Wind gefunden
hätt‘ der Sprit wohl nicht gereicht.

Mit dem guten Wetter macht sich unglücklicherweise Flaute breit, sodass das ASV-bekannte Volvo Penta-Röhren unser Begleiter der ersten Tage wird. Gleichzeitig kommt das wohlige Gefühl des Zuhauseseins auf Mutterschiff "Walross" auf. Neben dem Zeitvertreib die  Beständigkeit von Ölzeug durch das Plattsitzen von Bananen zu testen, werden an Bord Brote gebacken, Bücher in die Hand genommen (ob sie gelesen wurden, ist nicht überliefert), Bowle gemixt, Socken geflickt und Gedichte verfasst.

Die Wettervorhersage, die nach einigen Basteleien in der Navi über Kurzwelle empfangen werden kann, bestimmt den Plan für die nächsten Tage: Die Flaute in der Biskaya zur Not per Motor überwinden und dann den aufkommenden achterlichen Wind für unseren Bären-Spi. nutzen.

Stoppt den Motor der Wind brist auf
und mit dem Südwind scheint auch Klärchen
All Hands, kommt auf Deck heraus
und dann setzen wir das Bärchen

Nach einigen Tagen großartiger Spi-Fahrt und insgesamt 6 Tagen auf See ist wieder Land in Sicht. Am Samstagabend laufen wir in den Hafen von Cork auf Irland ein. Cork begrüßt uns mit Nieselwetter, aber zeigt auch direkt seine saftig grünen Wiesen. Das irische Nachtleben genießen wir in vollen Zügen. Die irischen Pubs werden zurecht für ihre gute Stimmung gelobt: Mit Live-Musik und Guinness Pints belohnen wir uns für die etwa 600 nm lange Überfahrt. Was wir allerdings nicht empfehlen können, in Irland mit einem Wegbier in der Hand vor dem Pub aufkreuzen. Zutritt verweigert. Wir machen Ausflüge nach Blarney und Kinsale, um auch die irischen Landschaften kennenzulernen. Ein weiteres Highlight ist das malerische College von Cork.

Vor der Abreise nach Dublin geht es noch einmal ans Proviantieren und es werden essentielle Bordausstattung wie Bubble Shuttle (Seifenblasenkanonen), Plüschpantoffel, Chupa Chups Raumerfrischer, Barbie Seifenblasenstäbe, Aladdin Radiergummistifte gekauft … die sichere Überfahrt ist gesichert. Die Seereise nach Dublin bringen wir in eineinhalb Tagen hinter uns. Den Abschluss der Reise bilden von Mittwoch bis Samstag einige Tage in Dublin. Neben Reinigungs- und Instandsetzungsarbeiten am Schiff können wir am Donnerstag einen schönen Sightseeing-Tag in Dublin mit Besuch des Trinity Colleges und der bekannten Bücherei sowie des Books of Wells unternehmen. Mit Austern und Prosecco leiten wir den Abend im bekannten Temple Bar Bezirk ein, genießen ein hervorragendes Captain’s Dinner und feiern bis spät zu Live Musik in den Pubs und Clubs der Stadt. Eine Seereise so abwechslungsreich wie das Wetter Irlands geht zu Ende.

Stefanie

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