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Prahm

Transportponton für unsere Hochseeyacht

Das „Walross IV“ mit seinem Tiefgang von 2,95 m sollte ursprünglich auf dem Wasserwege ins Winterlager an unseren Steg im ASV kommen. Wenn das Verkehrsprojekt „Deutsche Einheit Nr. 17“ zügig und vollständig umgesetzt worden wäre, hätte der Heimfahrt auf eigenem Kiel auch nichts entgegengestanden. Nun mussten wir eine neue Lösung finden.

Die Vorgängeryacht „Walross III“ wurde jeden Herbst auf eine Schute verladen, um auf dieser nach Berlin transportiert zu werden. Damals gelang der Transport von „Walross III“ im Binnenschiff auch nur, weil es die berühmten West-Berlin-Geschäfte gab und z. B. Kupfer zum Umschmelzen von und nach Berlin gefahren wurde, um die entsprechenden Förderungen und Sonderabschreibungen zu erhalten. Durch diesen Kupfertransport waren die Binnenschiffe tief genug abgeladen, um die zusätzlich geladene Yacht „Walross III“ unter den Brücken hindurch zu bekommen. Diese Transporte sind Vergangenheit und für eine normale Schute ist „Walross IV“ leider zu hoch, d. h. bei dem normalen Tiefgang einer Schute würde „Walross IV“ nicht mehr durch die Brücken passen.


Wie bekommt man also „Walross IV“ zum ASV? Ganz einfach, mit einer Lafette. Diese musste so gestaltet sein, dass die Yacht weit genug aus dem Wasser gehoben wird, gleichzeitig aber sollte die Yacht durch die Brücken passen. Es wurden zwei Varianten untersucht: Ein Katamaran und ein Ponton mit Trögen für Schwert und Ruderblatt. Der Katamaran wurde schnell verworfen, weil er keine geeignete Plattform für Überholungsarbeiten bietet, auch wenn dieser den Charme hat, u. U. als Selbstlader fungieren zu können. Die statischen und dynamischen Probleme wären jedoch erheblich gewesen, darüber hinaus hätte für Arbeiten am Unterwasserschiff von „Walross IV“ kein Deck zur Verfügung gestanden.
Die Lösung mit dem Ponton und Trögen für Kiel und Ruder bot dagegen optimale Arbeitsbedingungen für das Winterlager: Antifoulingarbeiten in Augenhöhe, ein komplettes Deck 18 x 5,5 m, fertig vorbereitet zur Aufnahme eines Zeltdaches. Die Frage war jedoch, wie bekommt man einen derartigen Ponton bewegt? Glücklicherweise verfügen wir im ASV über ein Stoßboot, den „Harry“. Gebaut 1935, diente das Stoßboot dem Binnenschiffer Himberg zum Transport seines Finow-Maßkahns auf Elbe, Havel und Oder. Was lag also näher, als unseren Transportponton mit dem „Harry“ zu schieben?


Der ASV hat daraufhin nach diversen Besprechungen den Bau im Juni 2013 beschlossen. Im Oktober 2013 fand nun die erste Verladung unseres Seeschiffs in den Ponton im Hafen von Stettin statt. Alles klappte wie geplant. „Walross IV“ stand am Abend sicher und trocken in/auf unserem neuen Schiff. Wir führten letzte Arbeiten in Eigenregie aus, so mussten z. B. die Positionslaternen am Ponton angebracht werden und der „Harry“ wurde mit dem Ponton starr gekuppelt.

Die erste Überführung von Walross 4

Am Morgen des 12. Oktober 2013 ging dann die Fahrt los in Richtung Berlin: Als Schiffsführer mit A-Patent hatte sich Lothar V. bereiterklärt, die Fahrt mitzumachen. Der „Harry“ schob mit seinen 35 PS den immerhin rund 32 Tonnen wiegenden Verband mit 6,3 km/h Richtung Berlin. Eine erste Pause gab es an der Klappbrücke der Eisenbahn über die Ostoder, die nach einer Stunde Wartezeit passiert werden konnte. Die weitere Fahrt verlief dann von der Ostoder durch die Klüzer Querfahrt in die Westoder. Glücklicherweise regnete es selten und wir konnten bei der gemächlichen Fahrt vom Deck von „Walross IV“ aus ganz neue, normalerweise verborgene Einblicke in das Hinterland gewinnen. Von der Westoder ging es in die Hohensaaten-Friedrichthaler Wasserstraße, vorbei an Schwedt, dem für die spätere Zeit geplanten Hafen für das Verladen von „Walross IV“. Bis hier ist die Wasserstraße für Kümos von der Ostsee aus befahrbar. Am Abend, lange nach Einbruch der Dunkelheit, erreichten wir Hohensaaten und machten im Oberwassesr der Schleuse fest. Unser Versorgungsschiff „Moses“ kredenzte Würstchen vom Grill, mediterranes Gemüse, in Butter gebratenen Kürbis und natürlich frisch gezapftes Bier. Dem wurde gut zugesprochen, sodass wir per Homepage das ASV um zwischenzeitliche Ergänzung des Gerstensaftes bitten mussten.


Der nächste Tag brachte als Highlight die Passage des Schiffhebewerkes. Die Fahrt über die Havel-Oder-Wasserstraße brachte kaum Abwechslung, abgesehen von einigen neugieren ASVern auf der Deichkrone, die uns mit dem Fahrrad ein Stück begleiteten. Unser Etappenziel, die Schleuse Lehnitz, wurde in der Dämmerung erreicht. Dort wartete auch die Nachlieferung Bier auf uns. Der Abend wurde mit einem Kräuterbraten an Rosmarinkartoffeln und ausgesuchten Weinen stilvoll im Salon von „Moses“ beendet.


Nach der Morgentoilette hieß es „Leinen los“ und auf zum letzten Teilstück. Nach dem Passieren der Stadtgrenze von Berlin kam es endlich zu der bereits lange erwarteten Kontrolle durch die Wasserschutzpolizei. Obwohl alles in Ordnung war, musste unbedingt noch bei der WSD in Magdeburg angerufen werden, um sich die Rechtmäßigkeit des Transportes von höherer Stelle aus bestätigen zu lassen. Nachdem die Beamten von der WSD bestätigt bekommen hatten, dass alles seine Richtigkeit habe, durften wir die Fahrt fortsetzen und waren am Montagmittag im ASV.


 „Walross IV“ liegt nun am Steg im ASV und harrt der Indienststellung. Die Fahrt hat allen Beteiligten viel Spaß gemacht. Seekrankheitsfreiheit kann ausdrücklich garantiert werden.

Walross 4

Marinetraffic (falls AIS aktiv)

Termine im ASV

26.08.2017
14:00 Uhr
Segel Jour Fixe
29.08.2017
19:30 Uhr
* Schifferrat
02.09.2017
10:00 Uhr
AHAH-Aktiven H+H Tag
02.09.2017
14:00 Uhr
AH-Gartenbowle
09.09.2017
Geschlossene Veranstaltung (Hochzeit)
* nur für Mitglieder

Adresse

Akademischer Segler-Verein e.V.

Scharfe Lanke 57
13595 Berlin

Telefon +49 30 3615000
Telefax +49 30 36282469