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11.07.2017 08:43

Warnemünder Woche - Rund Bornholm


Photo © Warnemünder Woche

Und schon wieder haut mein Prioritätenmanagement nicht hin, dieses Mal hat es mich auf die J/125 „Needles & Pins“ an die Ostsee verschlagen. Zusammen mit mir bis dahin drei unbekannten Menschen (darunter auch der Skipper Andreas Rose) und zwei weiteren ASVern segelten wir am letzten Samstag (08.07.) von Kiel nach Warnemünde, um von hier aus an der im Rahmen der Warnemünder Woche stattfindenden „Rund-Bornholm“-Regatta teilzunehmen. (Die Regatta ist eigentlich nach einem Sponsor benannt – Hanseboot-Regatta.)

Die Einladung zu diesem Event traf mich relativ unvorbereitet, aber meine Bedenken, dass ich dafür eigentlich keine Zeit hätte, schlug ich recht schnell in den Wind. Also Schlafsack, Takelmesser, Taschenlampe, Ölzeug und Vliessachen eingepackt und ab nach Kiel.

Das kompromisslos auf Geschwindigkeit ausgelegte Schiff hat im Innern trotz seiner 12,50 Meter Länge gerade einmal Platz für zwei enge Rohrkojen unter dem riesigen Cockpit, ein wenig Stauraum hinter dem Mast und einer Segellast davor. Mir wurde außerdem vor Fahrtantritt berichtet, dass das Schiff sehr nass segeln würde. Aber davon wollte ich mich gerne selbst überzeugen.

Auf der Überfahrt blieb jedenfalls bei recht wenig Wind fast alles trocken. Wir probierten das Segeln unter Gennaker aus und kamen mitten in der Nacht mit inzwischen aufgefrischtem Wind und gemütlicher 14 Knoten-Rauschefahrt in Warnemünde an. Sonntag schliefen wir erstmal halbwegs aus und entspannten den regnerischen Vormittag im Cockpit. Nach einem kurzen Trimmschlag am späten Nachmittag ließen wir uns das wirklich sehr, sehr leckere Buffet schmecken. Insbesondere der Schokopudding hatte es mir dabei angetan. Aus Angst davor, wegen Zeitmangel und Seekrankheit während der Regatta nicht so recht zum Essen zu kommen, schlug ich mir richtig den Bauch voll. Am Abend wurde mir dann noch ein Antiseekrankheitspflaster geklebt und mit dem Gefühl der perfekten Vorbereitung machte ich es mir in der Rohrkoje „bequem“.

Am Montagmorgen räumten wir zur weiteren Gewichtsreduzierung das Schiff aus. Meinen Schlafsack habe ich dann auch gleich da gelassen, da der schon trocken sehr schwer ist und ich nicht das Gefühl hatte, dass er während der Regatta trocken bleiben würde.

13:35 Uhr starteten wir östlich von der Warnemünder Mittelmole in die Regatta. (Wir sind auf dem Bild ganz links zu sehen.) Der Wetterbericht versprach viel Wind aus West. Dies wiederum hätte für uns eine Rauschefahrt bis nach Bornholm bedeutet. Verschiedene Regattataktik-Programme rechneten uns eine Ankunftszeit vor Bornholm gegen Mitternacht aus. Aber wie das so ist mit dem Wetter, bereits vor dem Darß standen wir das erste Mal im Regen und was viel schlimmer war: in der Flaute. Der nächste Regen begleitete uns dann bei schwachen Winden von Hiddensee bis nach Kap Arkona (Das ist keine weite Strecke, dauerte aber etwa fünf Stunden. Etwa zum Wachwechsel gegen 22 Uhr ließ der Regen nach, der Wind frischte auf und drehte wieder auf West. Die andere Wache durfte also unter Gennaker Richtung Bornholm Strecke machen. Ich legte mich fast komplett eingekleidet und durchnässt in die Rohrkoje. Überall tropfte es. Schließlich gelang es mir dann aber doch richtig tief einzuschlafen, so dass ich zum folgenden „All-Hands-Manöver“ nur durch sehr laute Rufe geweckt werden konnte. Der deutlich aufgefrischte Wind ließ uns mit bis zu 17 Knoten Bornholm entgegen gleiten. Eine näher kommende Gewitterzelle bedeutete uns jedoch, dass wir den Gennaker wieder bergen sollten. So segelten wir in meiner Wache wieder im Regen aber mit immerhin bis zu 16 Knoten unter Groß und Genua. Bei Bornholm beruhigte sich das Wetter und wir konnten bis etwa 8 Uhr am Dienstag die Insel runden.

Was folgte, war eine Kreuz gegen kurze, steile Wellen. Das Schiff schlug und bebte. Ich freute mich über die Wirkung des Pflasters, traute mir aber dennoch nur eine sehr schmale Nahrungsaufnahme zu. Der Segelwechsel auf dem Vorschiff wurde dank des Auf- und Abs, der übersteigenden Wellen und des Energiemangels zu einer harten Arbeit.

Die Wellen und der kräftige Wind begleiteten uns bis hinter Hiddensee wo es dann endlich etwas ruhiger wurde. Gegen drei Uhr am Mittwoch erreichten wir schließlich die Mittelmole in Warnemünde.

Ein schnelles Süppchen und eine heiße Dusche bereiteten uns auf eine sehr kurze Nacht vor. Schließlich wollten wir das Schiff am selben Tag wieder nach Kiel überführen. Der Wind blieb leider stur in seiner Richtung, nur die Stärke ließ nach und so kreuzten wir bis ca. 24 Uhr das Schiff nach Kiel zurück. Wenigstens konnte bei der Überfahrt schon mal klar Schiff gemacht werden. Die Rückfahrt nach Berlin endete nach einer kleinen aber zeitintensiven Panne gegen 6 Uhr in meinem bequemen, warmen, trockenen Bett. Das Ziel an diesem Donnerstag noch ins Klärwerk zu fahren, um dort an meiner Masterarbeit zu schreiben, habe ich dann beim Aufwachen gegen 13 Uhr endgültig aufgegeben. Aber so konnte ich den restlichen Tag nutzen um meine mit Meerwasser getränkten Sachen zu spülen und zu waschen.

In unserer Gruppe wurden wir dritte und wenn die ORC- mit der Yardstickverrechnung halbwegs vergleichbar wären, könnten wir uns über einen zehnten Platz bei 43 gestarteten Schiffen freuen. Noch mehr Freude hätte ich gehabt, wenn der Wind uns mehr Gleitfahrten unter Gennaker ermöglicht hätte. Aber selbst das schönste Erlebnis ist irgendwie zu toppen.

Vielen Dank für die Möglichkeit auf diesem Schiff mitsegeln zu können.

Richard


Walross 4

Marinetraffic (falls AIS aktiv)

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02.09.2017
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