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04.10.2017 20:10

Tagebuch eines Schiffertrimmers


Im ASV wird jungen Seglern/innen das Hochseesegeln ermöglicht und dies nicht nur als Crew sondern vor allem auch als Schiffer/in. Bevor es soweit ist wird zunächst kräftig im Binnenbereich auf der „Prosit IV“ geübt. Die „Prosit“ ist eine etwa 17 m lange, klassische Segelyacht ohne Motor für die mindestens 6 Personen Besatzung vorgesehen sind. Die Herausforderung die Schiffsführung zu übernehmen, liegt neben den Maßen des Schiffes vor allem in der Anleitung und Kontrolle der Crew – für ein gutes Manöver muss Hand in Hand gearbeitet werden.

Es folgt eine Reihe von Berichten eines jungen Schifferkandidaten von seinen Trimmfahrten.

 

Da am Wochenende der Wahl nicht wirklich etwas Überraschendes passiert ist, (weder an den Wahlurnen*, noch bei meiner Trimmfahrt: Es gab wie vorher gesagt den zweiten Sonntag in Folge keinen Wind.) schreibe ich erst jetzt wieder.

Von Samstagfrüh bis Montagabend gab es die Möglichkeit zur Bootsmannsausbildung. In diesem Rahmen wird alles geübt, was technisch bei „Prosit“ relevant ist. Segel-in-Segel-Wechsel, Reffen, Ankern oder das Verholen und Drehen des Schiffes nur mit Leinen, Köpfchen und Muskelkraft. Natürlich muss auch die Kommunikation zwischen dem Menschen am Ruder (mir) und dem Menschen, der auf dem Vorschiff das Sagen hat (Bootsmann) geübt werden. Ganz nebenbei blieb aber noch genügend Zeit, damit auch ich ein paar Manöver ein ums andere Mal wiederholen konnte.

So wurde das Brechen der Pinne oder des Mittelwantes simuliert, Bojenmanöver, Tellerwenden und Livebojenmanöver geübt bis die Crew vor körperlicher und ich vor geistiger Anstrengung und mit durch Kommandos fusselig geredetem Mund erschöpft um eine Pause baten. Die gab es dann auch für etwa zwei Minuten bevor dann schon wieder eine Liveboje über Bord ging. Danach war dann aber wirklich Schluss. Es musste ja noch Zeit für ein Leinenmanöver bleiben, welches von dem Bootsmannskandidaten („Bomaka“) geplant und angeleitet werden sollte. Mir als Schifferkandidat („Schika“) blieb derweil genug Zeit, um über meine eigenen Fähigkeiten und Mängel bezüglich des Trimms nachzudenken. Außerdem konnte ich schnell die für den Trimmbetrieb übrig bleibenden Tage abschätzen. Unterm Strich ergab diese Auflistung ein ziemlich eindeutiges „Was du dies Jahr nicht kannst besorgen, verschiebst du dann auf ... später.“ Oder kurz gesagt: Ich werde in diesem Jahr keinen Prüfungsanlauf mehr machen. Zu viel steht noch auf der Mängelliste, zu wenig auf der Liste mit übrig gebliebenen Tagen.

Zu der Mängelliste: Ich plane meine Manöver selten bis zum Ende durch, was bei Standardsituationen und leeren Gewässern recht problemlos, an einem Sonntag bei schönem Wetter und dementsprechend vielen anderen Schiffen jedoch schnell zu ungünstigen Situationen führt. Ich verschaffe mir auch viel zu selten einen Überblick über die Schiffe und die anderen Hindernisse, die sich um mich herum befinden. Das führt dazu, dass ich in stressigen Situationen gar nicht mehr planen kann, weil ich die Zeit brauche, um mir einen Überblick zu verschaffen. Verschlimmert wird dies dadurch, dass mir viele Manöverabfolgen noch nicht in Mark und Bein übergegangen sind.

Mir wird immer empfohlen, alle Standardmanöver für mich „trocken“ durchzusprechen, das Ganze am besten noch kombiniert mit der Bewegungsabfolge, die ich dabei durchlaufen muss. (Da mein Bewegungshalbkreis an der Pinne nur einen Durchmesser von knapp anderthalb Metern hat, ist das glaube ich aber nicht das größte Problem.) Um also die Kommandoabfolge z.B. eines Livebojemanövers von einem Vorwindkurs aus dem FF zu können, müsste ich jetzt die nächsten Tage immer leise murmelnd durch meine Wohnung laufen: „Liveboje über Bord – Mensch am Besan behält die Boje im Auge – Hohl dicht Großschot – Klar zur Tellerwende ohne Backstagen – Besan Back nach (richtige Seite einfügen) – Hark aus (andere Seite einfügen)-Backstag – Vorsegel in der Wende dicht lassen – Ree! – Fier auf Großschot – Los die Vorschoten – klar zum Aufschießer – Liveboje wird an (richtige Seite einfügen) gefischt – Los alle Schoten – Hol dich Besanschot – Los die Besanschot ...“. Wenn ich das ohne Überlegung könnte und dabei noch auf alle Sachen auf dem Schiff und auf dem Wasser und in der Luft und auf die Einweisungen meines Bootsmannes achten könnte ... dann ... naja aber davon bin ich leider immer noch sehr weit entfernt. Eventuell haben sich in der obigen Abfolge auch kleine Fehler eingeschlichen. Verbesserungspotenzial gibt es auch in der Kommunikation zwischen mir und der Person am Besan und dem Bootsmann. Da fehlte mir auf meinen Fahrten leider eine feste Besetzung dieser beiden Positionen. Vieleicht wäre es dann jetzt schon besser.

Obwohl ich also seit vorletztem Dienstag die Erlaubnis habe die „Prosit“ erst Anfang Dezember abzutakeln, werde ich davon keinen Gebrauch machen und das Schiff geht wie gewohnt am ersten Novemberwochenende zurück in sein Winterlager, in unseren Schuppen. Hier kann es über den Winter und vor allem im Frühling auf die kommende Saison vorbereitet werden. Ich werde meine letzte Trimmfahrt in diesem Jahr wahrscheinlich in anderthalb Wochen absolvieren. Mal sehen, was da noch so geschieht.

Vielen Dank, dass ich das „Bootsmannswochende“ auch für meine Ausbildung nutzen konnte.

Richard

* Nicht überraschend aber dennoch erschreckend


Fuxjagd 2017 - SZV Regatta

       07. / 08.10.2017 im ASV

                 Ergebnisse

Walross 4

Marinetraffic (falls AIS aktiv)

Termine im ASV

20.10.2017
14:00 Uhr
Gästesegeln
20.10.2017
19:30 Uhr
Eishausfest
21.10.2017
Außerdienststellung
27.10.2017
Außerdienststellung
31.10.2017
19:30 Uhr
* Schifferrat
* nur für Mitglieder

Adresse

Akademischer Segler-Verein e.V.

Scharfe Lanke 57
13595 Berlin

Telefon +49 30 3615000
Telefax +49 30 36282469